Vorsorgeplanung in Gesundheitsfragen (VPiG)

Qualifizierung zur Beraterin zu Vorsorgedokumenten

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf ihre Tätigkeit der Beratung zu Patientenverfügungen vorbereitet und mit den grundlegenden Inhalten und Fragestellungen vertraut gemacht. Die Möglichkeiten der Organisation und Strukturierung von Beratung werden vorgestellt.

Die Veranstaltung informiert Sie über aktuelle Entwicklungen des Advance Care Planning (ACP) und berücksichtigt die Standards für die Beratung zu Patientenverfügungen (May A, Niewohner S, Bickhardt J, Kreß H, Rothärmel S, Ethik in der Medizin 2005, 332-336).


Aktualisierung der Inhalte

Das Hospiz- und Palliativstärkungsgesetz 2015 hat mit § 132 g SGB V einen Beratungsanspruch für Bewohner in Pflegeeinrichtungen zur "gesundheitlichen Versorgungsplanung" geschaffen.

Im Seminar werden Konzepte und Inhalte zur Ausfüllung dies Angebots nach § 132 g SGB V vorgestellt und besprochen.

Der § 132 g SGB V sieht weiterhin Fallbesprechungen vor, damit auf individuelle Bedürfnisse der Bewohnerin bzw. der Patientin besprochen werden für die letzte Lebensphase und Sterbephase. Dabei sollen Notsituationen besprochen werden und auf Maßnahmen der palliativ-medizinischen, palliativ-pflegerischen und psychosozialen Versorgung eingegangen werden.

Diese beiden Bereiche Beratung und Fallbesprechung werden im Seminar behandelt.

Das Konzept von ACP (Advance Care Planning) wird intensiv besprochen.

ACP ist ein andauernder "Kommunikationsprozess zwischen Individuen, ihren gesetzlichen Vertretern und Behandelnden und Betreuenden. Es verfolgt das Ziel, möglichst künftige Behandlunsentscheidungen für den Fall, dass die Betroffenen selbst nicht entscheiden können, zu verstehen, zu überdenken, zu erörtern und vorauszuplanen" (ACPEL-Society 2016).


Sie ...

möchten zu Vorsorgedokumenten beraten.
erhalten oft Fragen zu Vorsorgedokumenten z.B. als Mitarbeitende des Sozialdienstes, als Beschäftigte eines Patienteninformationszentrums oder eines Betreuungsvereins.
werden als Heimleitung, Leitung eines Pflegedienstes oft zu Patientenverfügungen befragt.

Teilnahmevoraussetzungen

Idealerweise Feldkompetenz im Gesundheitswesen.


Seminarbeschreibung

Das beschlossene Gesetz zu Patientenverfügungen sieht keine Beratungspflicht vor. Dennoch werden oft Mitarbeiter in Betreuungsvereinen, Pflegedienste, Sozialdienstmitarbeiter oder Hospizkräfte zu Patientenverfügungen angefragt.

Die Veranstaltung wird Grundkenntnisse vermitteln, die für die Beratung zu Patientenverfügungen nötig sind. Dazu sind neben Kenntnissen des Betreuungsrechts die juristischen Grundlagen der Umsetzung einer Patientenverfügung erforderlich. Eine qualifizierte Beratung setzt die Kenntnis einzelner medizinischer Anwendungssituationen voraus und es werden einzelne relevante Krankheitsbilder vorgestellt. Ethische Aspekte kommen insbesondere in der Diskussion um die Reichweite einer Patientenverfügung zum Vorschein. Eine Patientenverfügung muss als Dokument detailliert auf die eigene Motivation und die individuellen Wertvorstellungen eingehen.

Neben der Beratung zu Vorsorgedokumenten wird auf die Umsetzung einer Patientenverfügung eingegangen. Dies beinhaltet die Prüfung von Vorsorgedokumenten auf ihren Regelungsinhalt.

Das Seminar berücksichtigt aktuelle Konzepte des Advance Care Planning (ACP) und der narrativen Wertanamnese.


Inhalte im Überblick

Grundlagen des Gesetzes zu Patientenverfügungen
Abgrenzung der Vorsorgemöglichkeiten (Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung)
Medizinrechtliche Grundlagen der Patientenversorgung
Formen der erlaubten Sterbebegleitung und die verbotene Tötung auf Verlangen
Vorgaben des § 217 StGB
Therapiezieländerung / Intensivmedizin / Palliativmedizin
Formen des Patientenwillens durch Patientenverfügung / Behandlungswünsche / mutmaßlichem Willen
Vorbereitungsmaterial für die Erstellung einer Patientenverfügung
Abgrenzung Information / Beratung
Organisation eines Beratungsangebots zu Patientenverfügungen und Vorsorgedokumenten
Advance Care Planning (ACP), Vorsorgeplanung
Registrierung und Hinterlegung als Maßnahmen der Steigerung der Verfügbarkeit
Wertanamnese
Beratungsdidaktik
Auslegung und Interpretation einer Patientenverfügung
Umsetzung einer Patientenverfügung

Seminarunterlagen

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden umfangreiche Materialien (befüllter A4-Ordner) zur Verfügung gestellt


Referent

Dr. Arnd T. May war als Mitglied der Arbeitsgruppe "Patientenautonomie am Lebensende" des Bundesministeriums der Justiz und als Sachverständiger des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages an der Gesetzgebung zu Patientenverfügungen beteiligt.


Dr. May

Veranstaltungsort

Erfurt


Verfügbare Termine


VPiG Nr. 19

27./28. März 2017 Ausschreibung als Download

VPiG Nr. 20

17./18. November 2017 Ausschreibung als Download

VPiG Nr. 21

18./19. Januar 2018 Ausschreibung als Download

VPiG Nr. 22

16./17. Februar 2018

Tagungszeiten

Tag 1: 11:00 bis 18:00 Uhr

Tag 2: 09:00 bis 17:00 Uhr


Tagungspreis

420,00 Euro inkl. MwSt.

Im Tagungspreis sind Tagungsunterlagen, das gemeinsame Mittagessen, Pausenverpflegung und Getränke enthalten.

Das Seminar ist als Kompaktseminar konzipiert. Die kleine Gruppengröße von maximal 20 Teilnehmenden garantiert ein intensives Arbeiten.

Hinweis für vorsteuerabzugsberechtigte Institutionen und Organisationen: Bei Abzug der Steuer bleibt ein Nettobetrag von 352,94 Euro.


Anmeldung

Bitte melden Sie sich per E-Mail oder schriftlich an. Benutzen Sie dazu gern den Anmeldebogen.

E-Mail an anmeldung@ethikakademie.de

Telefon: 0700 BIOETHIK (24638445)
Tel. 0361 64417-500

Fax: 0361 64417-600

Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Anmeldebestätigung. Mit dem Erhalt der Rechnung für das Seminar garantieren wir Ihnen das Stattfinden des Seminars.

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Anmeldung zur Vorsorgeschulung in Erfurt

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17./18.11.2017


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18./19.01.2018


   VPiG Nr. 22
 
16./17.02.2018


   VPiG Nr. 19
 
27./28.03.2017



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